Aus der Geschichte des Fanfarenzuges „Grün-Weiss“ Bad Salzig e.V.

Im Sommer 1953 reifte in einem Freundeskreis die Idee einen Fanfarenzug ins Leben zu rufen, etwas ganz Neues für Bad Salzig. 1954 bereits nahm der Plan Formen an, man begann die Idee in die Tat umzusetzen und gründete den „Kolpingfanfarenzug Bad Salzig“. Den Namen „Kolping“ wählte man, da die Mitglieder größtenteils aus den Reihen der katholischen Jugend kamen. Zum 1. Vorsitzenden des neuen Vereins wurde Karl Rupp gewählt, Stabführer des Vereins war Urheber Willi Wißkirchen. Dank der materiellen Hilfe des damaligen Pastors Heinrich Lüssem konnte der frisch gegründete Verein mit zwölf Fanfarenspielern und zwei Landsknechstrommlern seine Arbeit aufnehmen. Den ersten Auftritt hatten die Musiker noch im selben Jahr, anlässlich der Eröffnung des neuen Ägidiusheims in Bad Salzig.

Am 2.Mai 1955 nahm man am Bad Salziger Blütenfest teil, wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist.

Karl Rupp, Baldi Christ, Josef Bock, Hans-Josef Hohenbild, Toni Neier, Peter Raczkowski, Winfried Schladt, ?, Valentin Mallmann
Karl Rupp, Josef Bock, Willi Wißkirchen, Hans-Josef Hohenbild, Baldi Christ, Toni Neier, Peter Raczkowski

Unter Willi Wißkirchen wurden zahlreiche Einladungen zu Heimatfesten und Karnevalsveranstaltungen entgegengenommen. Zu den Auftritten in diesen frühen Jahren trug man die Kluft der Kolpingfamilie – weißes Hemd, schwarze Hose. Durch die Hinzunahme der großen Marschtrommel (Pauke) und der kleinen Trommel (Wirbeltrommel) wurde das klassische Instrumentarium des Vereins erweitert. In den folgenden Jahren gab es immer mehr öffentliche Auftritte für den noch jungen Fanfarenzug. Einer dieser Auftritte war am 4.5.1958 beim Blütenfestumzug in Bad Salzig.

Adolf Gras, Josef Bock, Willi Wißkirchen, Toni Kahl, Heinz Boshoven, Aloys Bock, Peter Raczkowski
Kolping-Fanfarenzug in den 1950er Jahren
Kolping-Fanfarenzug in den 1950ern beim Blütenumzug

Zum 5-jährigen Bestehen 1959 unternahmen die Mitglieder des Fanfarenzuges einen Ausflug zur Rurtalsperre. Im Jahre 1961 gab es die erste Wandlung im Aussehen des Fanfarenzuges. Angelehnt an die Farben von Bad Salzig, wurden weiße Uniformjacken mit grünem Revers angeschafft und der Vereinsname in „Fanfarenzug Grün-Weiß Bad Salzig“ geändert.

Baldi Christ, Friedhelm Schmeling, Hans Klaus Theby, Heinz Boshoven, Günther Bach, Peter Raczkowski

Ebenso im Jahr 1961 löste Heinz Boshoven nach 7 Jahren Karl Rupp als 1. Vorsitzenden ab. Dass dies der Beginn einer 22-jährigen Ära werden sollte, konnte man damals sicher noch nicht ahnen. Durch den Wegzug von Stabführer Willi Wißkirchen musste für ihn ein Nachfolger gefunden werden. Mit Josef Bock konnte man 1961 einen neuen, engagierten Stabführer verpflichten, der mit viel Eifer und Idealismus die Arbeit von Willi Wißkirchen weiterführte. In diesen Zeiten wurden auch die ersten Auftritte in Belgien und Frankreich durchgeführt.

Der Fanfarenzug machte 1964 einen Ausflug nach Kaan-Marienborn (NRW):

Hinten: Günther Bach, Hermann Bock, Günther Querbach, Friedhelm Schmeling, Heinz Rottmann, Peter Raczkowski, Toni Kahl (Tutsch), Hans-Klaus Wahl
Mitte: Heinz Bock, ?, Wendel Hoffmann, Clemens Staaden, Heinz Boshoven
Vorne: Rudolf S, Baldi Christ, H.-J. Schladt (Knoche), Toni Kahl (Amtmann), Rigo Kahl, Adolf Gras, Willi Reitel, Josef Bock

Im gleichen Jahr fuhr der Fanfarenzug zum Oktoberfest nach Wieze bei Brüssel. Dieses Reiseziel war ein solcher Erfolg, dass in den folgenden Jahren bis 1969 diese Fahrt dorthin jährlich wiederholt wurde. Eine kleine Änderung im Erscheinungsbild der Uniform in jener Zeit ist das zusätzliche Tragen eines kleinen, grünen Schiffchens mit weißem Schnitt seit dem Jahr 1965.

Josef Bock war es 1966 aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich, den Verein noch weiterzuleiten und somit übergab er den Tambourstab an Roger Hasenacker.

1967 machte der Verein eine erste mehrtägige Vereinsfahrt. Es ging vom 5. – 7. Mai nach Konstanz am Bodensee.

Ein weiteres Mal änderte sich das Aussehen des Fanfarenzuges im Jahr 1968. Es wurde eine neue Uniform eingeführt, die die vielen unterschiedlichen Größen und Breiten der einzelnen Uniformteile besser untereinander austauschbar machten. Auch führte der Verein in diesem Jahr seine erste Vereinsfahne sowie eine Standarte ein. Durch die Hinzunahme von Ventilfanfaren im Jahr 1969 konnte es realisiert werden, nun auch konzertante Musik darzubieten. Der zusätzliche Ankauf von Lyren und Helikonfanfaren im Jahr 1971 ließ das damalige Repertoire erheblich in der musikalischen Klangqualität steigern. Durch die musikalische Entwicklung des Vereins stiegen auch die Mitgliederzahlen. Mittlerweile waren 50 Musiker für den Fanfarenzug aktiv, 24 weitere unterstützten den Verein inaktiv.

Am 5. und 6. Juli 1969 richtete der Fanfarenzug erstmals anlässlich seines 15-jährigen Bestehens ein großes Musikfest mit Tambour- und Fanfarenwettstreit aus. Initiatoren dieses Jubiläumsfestes waren Aloys Bock und Willi Daum. Ebenso im Jahr 1969 wurde ein Jugendfanfarenzug aus der Taufe gehoben mit dem Jugendstabführer Dieter Heftrich. Dieses Amt hatte Dieter Heftrich bis zum Erreichen der Altersgrenze mit 17 Jahren im Jahr 1973 inne. Danach übernahm Jürgen Pies den Jugendtambourstab. Seinen ersten Auftritt absolvierte der Jugendfanfarenzug auf der Bad Salziger Kirmes 1970. Die große Anzahl jugendlicher Mitglieder bot die Möglichkeit, fortan bei Wettstreiten auch in der Jugendklasse konkurrieren zu können. Unter den beiden Jugendstabführern Dieter Heftrich und Jürgen Pies war es gelungen, etliche Erfolge in dieser Sparte zu erzielen.

Bild des Fanfarenzuges aus jenem Jahr 1969

Eine lange und gleichzeitig auch sehr schöne Tradition begann im Jahr 1971. Am 1. Mai ziehen Mitglieder des Fanfarenzuges hinaus in den Wald, fällen eine Birke, und stellen diese traditionell zum Maifeiertag auf. Eine Tradition, die bis in die heutige Zeit aufrecht gehalten wird.

Aufstellen des Maibaumes im Jahr 2009

Der Fanfarenzug war gern gesehener Gast bei vielen Umzügen nah und fern, wie hier im Jahr 1971 beim Winzerumzug in Oberwesel.

Vordere Reihe: Fredi Hanke, Christhilde Pies, Georg Bock, Heinz Boshoven, Karl-Werner Heftrich, Marianne Weinand, Dieter Heftrich. Hintere Reihe: Günter Bach, Peter Neyer, Hildegard Gras, H.-J. Weinand, Manfred Mallmann.

Ein interessanter Kontrast zur Fanfarenmusik bildete die im Jahr 1973 gegründete Jagdhorngruppe für Fürst-Bless-Hörner. Mangels erwarteter Auftritte im Jagdwesen und fehlendem Ansporn stellte diese Gruppe nach vier Jahren leider ihre Aktivität wieder ein. 1974 feiert der Verein vom 3. bis zum 5. August sein 20-jähriges Bestehen mit einem großen, 1700 Personen fassenden, Festzelt.

Im Jahr 1977 wurde der Verein unter dem Namen „Fanfarenzug Grün-Weiß Bad Salzig e.V.“ ins Vereinsregister eingetragen. 1978 wurde das Instrumentarium durch den Kauf von zwei Sousaphonen erweitert. Dadurch wurde die Klangqualität des Vereins ein weiteres Mal gesteigert. 1979 gab es einen Wechsel beim Posten des Stabführers. Mit dem ehemaligen Musiker des Heeresmusikkorps der Bundeswehr, Kurt Kläser, versuchte man, dem Wunsch sich besonders bei Wettstreiten zu verbessern, gerecht zu werden. In unermüdlicher Probenarbeit, sehr viel Geduld und verbesserter Notenarbeit gelang ihm auch eine erhebliche Qualitätsverbesserung, was aber zur Folge hatte, dass viele Musiker diesen Weg nicht mitgehen wollten, da ihnen die „neue Probenarbeit“ nicht zusagte. Von ehemals fast 80 Aktiven blieben nur noch 35 Musiker übrig. Der Anstieg der musikalischen Reife aber gab dem Verein die Möglichkeit, Kesselpauken, Mellophone und Ventilhelikone in den Klangkörper zu integrieren und in Sachen Vielfältigkeit wieder einen Schritt nach vorne zu machen.

Vom 1. bis zum 3. September 1979 richtete der Fanfarenzug zu seinem 25-jährigen Bestehen wieder ein großes Musikfest aus.

1980 musste sich der Jugendfanfarenzug leider wieder auflösen. Grund hierfür war der Mangel an jungen Musikern.

Im Jahr 1981 brachten einige Aktive des Fanfarenzugs eine Vereinszeitung heraus unter dem Namen „Wir“. Kostenpunkt 1,- Mark pro Stück, Auflage 160 Stück.

 
Bedauerlicherweise legte Kurt Kläser im Herbst 1983 sein Amt als Probenleiter und Dirigent nieder und somit suchte man wieder einen neuen musikalischen Leiter. Im Februar 1984 gelang es endlich, wieder einen qualifizierten Dirigenten zu finden, was die Mitglieder des Vereins aufatmen ließ. Jürgen Sommer führte mit Engagement und Bravour die 1979 begonnene Arbeit fort. Sein Engagement endete leider aus persönlichen Gründen wieder im Jahr 1986.

Der Fanfarenzug 1984

Der Verein hatte 1984 34 aktive und 124 inaktive Mitglieder.

Im Jahr 1986 übernahm Günter Undorf, ein Trompeter des Heeresmusikcorps 300, die Stabführung des Fanfarenzuges. Er machte seine Arbeit sehr gut, war jedoch leider aufgrund seines Dienstes beim Militär nicht immer zur Verfügung bei Auftritten und Konzerten. 1989 endet sein Engagement beim Fanfarenzug leider wieder.

Auch beim Bad Salziger Carnevalverein war man regelmäßig mit Auftritten aktiv, wie z.B. auf dem nachfolgenden Bild aus dem Jahr 1988 in der Narrhalla „Zum Schwan“.

Aktiv waren auch die Sportler unter den Musikern des Vereins. Z.B. 1989 nahm eine Auswahl von mehr oder weniger versierten Fußballern am Pfingstsportfest des VfR Salisso Bad Salzig teil.

Stehend von links: Jörg Etzkorn, Uwe Hansen, Otmar Gras, Robert Daum, Thomas Eikenkötter, Horst Kunz Kniend von links: Stefan Bach, Karl-Heinz Rottmann, Jürgen Friedmann, Alfred Wahl, Winfried Arnold

1989, beim 35-jährigen Jubiläum, stand das Musikfest unter dem Motto: “35 Jahre im Zeichen der Musik“.

Im Jahre 1991 wurde erneut, nun zum 3. Mal, das Aussehen des Fanfarenzuges verändert. Man wählte eine Uniform im mittelalterlichen Stil, die bis heute noch getragen wird. Vom 2. bis 5. September 1994 richtete der Verein, anlässlich seines 40-jährigen Bestehens, die Kirmes mit einem großen Musikfest aus. Das Fest steht unter dem Motto „Musik verbindet“.

Dass der Verein in Bad Salzig doch mittlerweile zu den Größeren gehört, zeigt die Tatsache dass der Fanfarenzug in diesem Jubiläumsjahr 46 aktive und 160 inaktive Mitglieder hat.

Von 1990 bis Anfang 2004 lag die musikalische Leitung in den Händen von Hermann-Josef Weinand, einem Musiker aus den eigenen Reihen. Er bildete sich musikalisch fort, um neue Stücke auf Fanfarenmusik umzuschreiben. Unter Hermann-Josef Weinand war die Qualität der Musik, welche der Fanfarenzug “Grün-Weiß” Bad Salzig e.V. bot, ein gutes Stück vorangekommen.

Geführt wurde der Verein seit 2000 vom 1. Vorsitzenden Stefan Bach, einem ebenso aktiven Fanfarenspieler, der seit Mitte Januar 2004 auch die musikalische Leitung des Fanfarenzuges übernommen hatte. Unterstützt wurde Stefan Bach von Fritz Hanke, dem Ausbilder des Fanfarenzuges. Als Dirigent, Musiker und Dozent mit jahrelanger Erfahrung war Fritz Hanke im Verein für die musikalische Ausbildung verantwortlich. Er investierte hier viel Zeit und Mühe, nicht zuletzt auch dafür, Musikstücke für die Besetzung im Fanfarenzug umzuschreiben.

Wichtig für einen Verein ist es auch, dass man den Nachwuchs rechtzeitig in die Vereinsführung mit einbindet. So hatte der Fanfarenzug Grün-Weiß mit Julian Gras seit 2011 einen 2. Stabführer, der Stefan Bach unterstützte bzw. ihn bei Proben und Auftritten vertrat.

Durch einen tragischen Unfall verstarb am 23. Juni 2004, wenige Wochen vor Vollendung seines 75. Lebensjahres, der Gründer des Fanfarenzuges Willi Wißkirchen in seinem Heimatort Oberwesel. Gern hätte er, wie er immer wieder bekundete, das große Musikfest zum 50-jährigen Jubiläum des Vereins gefeiert. Dort sollte er auch zum Ehrenmitglied ernannt werden. Der Fanfarenzug Grün-Weiß gab ihm mit einer Fahnenabordnung am 29. Juni 2004 in Oberwesel das letzte Geleit.

Vom 3. 9. bis 6.9.2004 feierte der Fanfarenzug seinen 50. Geburtstag. Das Musikfest stand unter dem Motto: “Musik für Freunde – Freunde durch Musik“.

Seit 2007 hat der Fanfarenzug zwei grün-weiße Schwenkfahnen mit dem Bad Salziger Wappen, die nunmehr die heimischen Farben, insbesondere bei Umzügen in Nah und Fern, repräsentieren.

In all den Jahren gab es immer wieder die unterschiedlichsten Vereinsreisen, Konzertreisen oder sonstige mehrtägige Ausflüge. Ein Ziel hat es dem Fanfarenzug besonders angetan: Mayrhofen im Zillertal. Das langjährige Vereinsmitglied und Besitzer der Bad Salziger Gaststätte „Zum Lämmchen“, Aloys Bock, war sicherlich ein besonderer Ideengeber und Förderer, diesen Ort in Österreich regelmäßig zu besuchen.

1973 in Mayrhofen bei der Einweihung des neuen Musikpavillons
Der Fanfarenzug vor der Stammunterkunft „Hotel Neue Post“ am 18. Mai 2007

Nachfolgendes Bild wurde am 15.05.2010 in Mayrhofen auf dem Platz vor der Kirche aufgenommen.

Sein 60-jähriges Bestehen feierte der Verein im Jahre 2014 in Verbindung mit der St.-Ägidius-Kirmes und einem großen Musikfest. Fast 40 Vereine nahmen am Samstag und Sonntag zum Jubiläum des Fanfarenzuges am Musikwettstreit teil. Den Ausklang bildete wie immer montagmorgens der Frühschoppen mit Kirmesbaum-Verlosung, und abends der Bad Salziger Heimatabend mit örtlichen Musikvereinen und Tanzgruppen.

Im Zuge dieser Kirmes wurde folgendes Vereinsbild auf dem Bad Salziger Sportplatz gemacht.

Im Jahr 2016 gelang dem Fanfarenzug eine besondere Ehre. Im Kalender des Hotels „Neue Post“ in Mayrhofen wird die lange Verbundenheit der Bad Salziger Musiker zum österreichischen Touristenort mit einem Kalenderblatt samt einem Bild aus den 1980er Jahren honoriert. Ein besonderer Status, was nicht viele Besucher von sich behaupten können.

Links ist das Hotelier-Ehepaar Gisela und Fritz Pfister, Aloys Bock, der 1. Vorsitzende Rigo Kahl und rechts die Bedienung Leni Liebel.

Stefan Bach stand bei der Neuwahl des Vorstandes im März 2015 als 1. Vorsitzender nach 15 Jahren im Amt nicht mehr zur Verfügung. Leider konnte der neugewählte 1. Vorsitzende Frank Mallmann aufgrund gesundheitlicher Probleme sein Amt nur knapp 1 Jahr ausüben und so wurde im März 2016 Otmar Gras zum 1. Vorsitzenden des Fanfarenzuges Grün-Weiß gewählt.

Frühsommerkonzert auf dem Nachbarplatz
Eröffnung der Sitzung des CV Bad Salzig 2019

Das 65-jährige Bestehen feierte der Verein 2019 mit einem großen Musikfest auf dem Vorplatz des Alten Bahnhofes. Traditionell wurde freitags mit einer Disco im Festzelt begonnen unter dem Motto: „Penny Lane 2.0“. Über 20 Gastvereine fanden den Weg zum Jubiläum des Fanfarenzuges. Eine in dieser Zeit doch stattliche Zahl, da die gegenseitigen Besuche der Musikvereine immer weniger werden.

Nach fast 16 Jahren als musikalischer Leiter und Stabführer des Fanfarenzuges hat Stefan Bach nach dem Fest die Verantwortung für die musikalische Führung an Julian Gras übergeben. Seit 2011 war Julian Gras bereits als 2. Stabführer tätig und hat in der Zeit bereits Proben und Auftritte geleitet und neue Stücke mit den Musikerinnen und Musikern einstudiert.

Das Jahr 2020 war geprägt von der Corona-Pandemie, die zeitweise jegliches kulturelle Leben zum Erliegen brachte. Ab dem März wurde die Probenarbeit eingeschränkt bzw. fiel über Wochen komplett aus, im Sommer wurde sie ins Freie verlegt und ab Ende November erneut ganz untersagt. Von Auftritten in diesem Jahr blieb lediglich das Aufstellen des Maibaumes und einige weitere kleinere Veranstaltungen. Und dies jeweils unter den zu dem Zeitpunkt geltenden Hygiene- und Abstandsregeln.

Um die Tradition Maibaum nicht zu unterbrechen, wurde am 01.05.2020 symbolisch ein großer Birkenzweig und am 01.05.2021 ein kleiner Maibaum ohne musikalische Unterstützung aufgestellt. 

Das 70-jährige Bestehen feierte der Verein im Jahre 2024 in Verbindung mit der St.-Ägidius-Kirmes und einem großen Musikfest. 16 Musikvereine spielten am Samstag und Sonntag zum Jubiläum des Fanfarenzuges auf der Bühne. Den Ausklang bildete wie immer montags der Frühschoppen mit Kirmesbaum-Verlosung und abends der Bad Salziger Heimatabend mit örtlichen Musikvereinen und Tanzgruppen. Auch bei diesem Fest, wie auch schon fünf Jahre zu vor, wurde eine größere Summe an die „VorTour der Hoffnung“ gespendet. Für dieses Fest wurde auch wieder ein neues Vereinsbild gefertigt. Das Bild wurde oberhalb des Bad Salziger Sportplatzes gemacht.

Im Januar 2025 ist leider das letzte Gründungsmitglied des Fanfarenzuges Valentin Mallmann verstorben. Aktuell (Dezember 2024) hat der Fanfarenzug 202 Mitglieder.

Eine sicherlich erwähnenswerte Aktivität des Vereins sind die vielen Vereins- und Orchesterfahrten im Laufe der letzten Jahrzehnte. Diese alle aufzuführen würde sicherlich den Rahmen sprengen, aber ein Auszug aus den Reisezielen soll die Geselligkeit des Fanfarenzuges besonders hervorheben:

1964 – 1969Jährliche Teilnahme am Oktoberfest in Wieze (Belgien)
05. – 07.05.1967Konstanz
25. – 27.09.1970Hamburg
17. – 18.06.1972Elst (Niederlande)
03.06.1973Eröffnung des Musikpavillons in Mayrhofen (Österreich)
1975Waldfest und Kurkonzert in Mayrhofen mit dem damaligen Pastor Willi Meidt
13.05.1978Blitterswijck (Niederlande)
24.10. – 26.10.1980Pottenstein (Fränkische Schweiz)
15.10. – 18.10.1982Aulendorf
26.09. – 30.09.1985Wien / Baden
02.01. – 07.01.1987Prag (Prager Winter), VII. Internationaler Wettbewerb der Blaskapellen in Prag und Brünn
16.06. – 20.06.1988Wörthsee, Auing bei München
13.06. – 17.06.1990Mayrhofen
10.06. – 13.06.1993Jena (Droschka – Ortsteil Silbertal)
29.05. – 01.06.1997Budapest (Ungarn)
24.05. – 27.05.2001Berchtesgaden
29.05. – 01.06.2003Delmenhorst (mit Helgoland)
14.05. – 16.05.2005Münster/Sassenberg
17.05. – 20.05.2007Mayrhofen
13.05. – 16.05.2010Mayrhofen
09.05. – 12.05.2013Sonthofen
04.06. – 07.06.2015Mayrhofen
10.05. – 13.05.2018Aurich
29.05. – 01.06.2025Mayrhofen

Folgende Personen haben den Fanfarenzug in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich geprägt:

Stabführer

1954 – 1961Willi Wißkirchen
1961 – 1966Josef Bock
1966 – 1979Roger Hasenacker
1979 – 1983Kurt Kläser
1984 – 1986Jürgen Sommer
1986 – 1989Günter Undorf
1990 – 2004Hermann-Josef Weinand
2004 – 2019Stefan Bach
Seit 2019Julian Gras

Vorsitzende:

1954 – 1961Karl Rupp
1961 – 1983Heinz Boshoven
1983 – 1988Hermann-Josef Weinand
1988 – 1990Uwe Hansen
1990 – 1995Rigo Kahl
1995 – 2000Dieter Krüger
2000 – 2015Stefan Bach
2015 – 2016Frank Mallmann
2016 – 2020Otmar Gras
Seit 2020Annina Brathje

Ehrenvorsitzender des Vereins ist Heinz Boshoven.

Gründungsmitglieder des Fanfarenzuges:

  • Willi Wißkirchen (Urheber)
  • Josef Bock
  • Baldi Christ
  • Fritz Dormann
  • Arthur Friesenhahn
  • Hans-Josef Hohenbild
  • Toni Kahl
  • Valentin Mallmann
  • Toni Neier
  • Peter Raczkowski
  • Karl Rupp
  • Winfried Schladt
  • Hermann Schweikert
  • Manfred Tatsch